Geschichte von Bilkheim

Die heutige Gemarkung Bilkheim blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits vor tausenden Jahren war das Tal besiedelt. Auf dieser Seite finden Sie eine Sammlung historischer Erkenntnisse zur Gemeinde.

 

Der hier dargestellte Inhalt ist ein dauerhafter Arbeitsstand und wird regelmäßig um neue Quellen erweitert. Haben Sie interessante Geschichten oder Quellen? Dann melden Sie sich sehr gerne bei uns!

 

Einige interessante, teilweise jahrzehntealte Fotografien aus und von der Gemeinde finden Sie unter Impressionen - von Früher.

Bilkheimer Hügelgräber als Hinweis früher Besiedelung

Beim Bau eines Vicinalweges von Bilkheim nach Thalheim im Jahr 1828 verarbeiteten die Arbeiter aufgeschichtete Basaltblöcke. Darunter entdeckten sie Erdhügel mit etwa sechs bis zehn Metern Durchmesser, welche mit Basaltplatten kreisförmig eingefasst waren. Beim Aufgraben eines Erdhügels entdeckte man eine große und eine kleine Urne, die mit Knochenresten, Asche und Sand gefüllt waren. In den Jahren 1828 und 1839 sorgte man für eine sorgsame Ausgrabung der Hügelgräber. 1934/35 entdeckte man in der "Lieblingsheide" weitere Flachgräber, die ebenfalls mit Basaltplatten bedeckt waren und Grabbeigaben enthielten. 

 

Insgesamt 30 Hügel- und Flachgräber befanden sich auf einer Fläche von ca. 2500 m². Die Begräbnisstätte befindet sich östlich vom heutigen Bilkheim und nördlich des Schafbachs. Neben den Urnen befanden sich zudem kleine Schüsseln und ein fast rundes Töpfchen. Die Grabbeigaben sind in den Museen Wiesbaden und Diez inventarisiert. Bei der wissenschaftlichen Untersuchung wurden die archäologischen Funde der späten Hallstattkultur zugeordnet (ca. 500 v. Chr.). Die Urnenfelderleute siedelten ab etwa 1200 v. Chr. in den fruchtbaren Senken an Rhein und Lahn. Von dort aus breiteten sie sich in waldfreie ebiete aus, wie auch an den Elbbach, Salzbach und Schafbach. Dabei brachten sie als neuen Begräbnisritus die Brandbestattung mit. 

 

Die Nachfahren dieser Menschen siedelten aufgrund der klimatisch geschützten und für Viehzucht gut geeigneten Lage  im Raum um Bilkheim. Im Raum um Bilkheim siedelten in der Zeit um 500 v. Chr. die Kelten. Diese hatten als Neuerung die Eisenverhüttung und -verarbeitung aufzuweisen. In den Bilkheimer Gräbern ist außer einem Eisenhalsring und den Grabkeramiken leider kein Hinweis auf die Kelten zu ersehen. 

 

Das Gräberfeld ist heute nicht mehr sichtbar, da sich dort eine Tongrube befindet und und Abraumhalden das Gebiet überlagern. Eine Informationstafel erinnert heute an die Bilkheimer Hügelgräber und liefert weitere Fakten und Darstellungen, wie etwa einer historischen Karte und einem Foto der Grabbeigaben. 

 

Quelle: Informationstafel "Bilkheimer Hügelgräber"

Wappen (Heraldik)

Heraldische Beschreibung: Durch Göpelschnitt geteilt. Vorn auf goldenem, mit einem schräglinks steigenden blauen Wellenkeil belegten Wellenschildfuß, in Rot ein silberner Schlossturm. Hinten in Silber ein roter Turm mit drei Zinnen und drei silbernen Fenstern. Unten in Grün eine goldene Urne, umlegt von sechs silbernen gleichschenkligen Trapezen.

 

Heraldische Begründung: Die Gemeinde Bilkheim, 1345 Bullincheym, liegt landschaftlich am Westrand eines Talkessels. Diese Talsenke war schon in frühester Zeit besiedelt. Von dieser Besiedelung zeugt in der Gemarkung Bilkheim das "Gräberfeld auf der Lieblingsheide". Hier entdeckten im Jahr 1828 die Bilkheimer mehrere Grabhügel aus der Bronzezeit, die mit Basaltplatten aus dem Neurother Hahn kreisförmig eingefasst waren. 1839 wurden insgesamt 6 Grabhügel geöffnet und im Innern großbauchige und kleine Urnen gefunden. Die Tongefäße enthielten menschliche Knochenreste, die eindeutig auf die Hallstattkultur 700 bis 500 v. Chr. schließen. Diese wichtigen Zeugen vorzeitlicher Besiedlung Bilkheims sind im Ortswappen im unteren grünen Feld durch die goldene Urne dargestellt, die von 6 silbernen Steinplatten umlegt ist und somit die 6 Grabhügel symbolisieren. Die grüne Farbe des unteren Feldes steht für die "Lieblingsheide", deren Bezeichnung bis heute als Flurname erhalten ist.

 

Die Gemeinde Bilkheim liegt im ehemaligen Niederlahngau, dem Herrschaftsgebiet der nassauischen Grafen und gehörte im frühen Mittelalter sicherlich zum Besitz der Herren zu Molsberg. Nach den Tauschverträgen mit dem Kurfürstentum Trier im Jahr 1564 kam das Kirchspiel Salz und somit auch Bilkheim an die trierischen Landesherren und gehört seitdem im Volksmund zum "Trierschland". In der Gemarkung Bilkheim hatten mehrere Adelsgeschlechter Besitz. So auch in dem nördlich von Bilkheim liegenden Neuroth, nach dem sich wahrscheinlich Heinrich von Nuenrode 1222 nannte. Hier verkaufte die Witwe des Friedrich von Neuroth 1428 einen Hof an die von Schönborn, die ihn an die von Ottenstein vermachten. Er wechselte an Phillip von Reifenberg zu Molsberg von Nassau-Dillenburg und wurde schließlich 1584 Eberhard von Brambach zugesprochen. Die Brambacher erbauten 1664 an dieser Stelle das Barockschloss "Neuroth“, das einzige Wasserschloss im oberen Westerwald. Es ging bereits 1682 in den Besitz der Grafen von Walderdorff über. Das denkmalgeschützte Wasserschloss wurde in den vergangenen Jahren restauriert und kann auch als ein Wahrzeichen Bilkheims angesehen werden. Im Ortswappen ist es durch den silbernen Schlossturm mit seinen charakteristischen Fenstern auf einem goldenen Wellenschildfuß im vorderen roten Feld dargestellt.

 

Bilkheim ist eine von der Landwirtschaft und dem Tonabbau geprägte Gemeinde. Der Ton, das 'weiße Gold' des Westerwaldes, wurde ursprünglich in Schächten und Stollen in der Gemarkung abgebaut und so wurde die 'Hl. Barbara', die Schutzpatronin der Bergleute und eine der 14 Nothelfer ist, auch als Schutzheilige von den Bilkheimern angenommen. Ihr zu Ehren ist die St. Barbarastraße und das St. Barbaraheim (Gemeindehaus) benannt. Das Attribut der Hl. Barbara, der Turm, ist im Ortswappen im hinteren silbernen Feld als dreizinniger roter Turm mit drei silbernen Fenstern, die an die Dreifaltigkeit erinnern, aufgenommen.

Die interessante Geschichte der Heiligen St. Barbara und die Tradition der Barbarazweige an Weihnachten finden Sie hier.

 

In dem goldenen Wellenschildfuß ist der Schafbach, der in der Gemarkung entspringt und sie durchfließt, als schrägsteigender blauer Wellenkeil aufgelegt. Gold und Blau komplementieren sich hier zu den Wappenfarben der nassauischen Grafen und erinnern so an die territoriale Zugehörigkeit, auch in der Zeit von 1806 bis 1866 im Herzogtum Nassau. Die Wappenfarben Rot und Silber erinnern an die tierische Landesherrschaft, aber auch an die von Brambach und die Grafen zu Molsberg, deren Farben ebenfalls Rot-Silber sind. Die Gemeinde Bilkheim ist heute Teil der Verbandsgemeinde Wallmerod im Westerwaldkreis.

 

Quelle: Verbandsgemeinde Wallmerod